Die "Zerstörer" Europas

Die Leute, die irgendwie merken, dass sie mit Europa heutzutage in der Welt nicht so gut dastehen, die denken zuweilen auch gerne darüber nach, wer denn daran schuld sei.
Falls sie bereits eine Karriere gemacht und damit sich und der Mutti bewiesen haben, dass sie was "können", dann finden sie den Feind schnell woanders, bei den jeweils anderen hier aber dann doch überwiegend im Ausland, früher in Asien, z.B. die Japaner mit den billigen Autos, Fernsehern und Fotokameras, heute lieber in den USA, die das mit tollen Filmen aus Kalifornien auch immer bestätigen. Und deswegen muss es auch klar sein, dass die Zerstörer Europas wohl Google, Facebook, die NSA, die CIA, die Wallstreet, der militärisch-industrielle Komplex. die Federal Reserve und der IWF mit ihrer Gelddruckerei, Big Data, das Departement of Commerce mit seinen unverschämten Vertragsvorschlägen usw., kurz gesagt, das Evil Galactic Empire sein muss.

At Education

Indessen die Amerikaner selbst, nachdem ihnen in 2 Weltkriegen ihr eigenes Evil Empire, von dem sie sich seinerzeit ja losgesagt hatten, abhanden gekommen war, dauernd hoffen, ein neues, das zu attackieren sich lohnte, zu finden. Sei's denn im Iran, in Nordkorea oder Rotchina, in den 80ern auch mal wieder im Japan, dem Land der gelben Industriespionage, die inzwischen ins schon erwähnte Rotchina weitergezogen ist, sei's in Russland vor '89 oder zunehmend wieder seit letztem Jahr, sei's im Weltraum oder gar in einem kleinen Wüstenstaat mit einem möchte-gerne-benevolenten Kabarett-Diktator wie Muammar al-Gaddafi. Und alles nur, damit sie wieder die gute Rebel Republic werden können, als die sie geboren wurden, und die sie irgendwie lange auch noch waren, nachdem sie sich schon in die mächtigste aller Mächte der Welt verwandelt hatten und nach der sie sich noch zurücksehnen werden, wenn sie es längst nicht mehr sind.
Die über 30-jährigen Mädels und Jungs wiederum samt ihrer virtuellen Mentoren allerseits der großen Teiche, die ihre Position und ihr Auskommen ganz knapp links der Mitte ausgesteckt haben, die haben eine Art Geschichtsbewusstsein und meinen zu wissen, dass der Neoliberalismus mit Ronald Reagan und Bush senior an der Spitze, Milton Friedmann und Alan Greenspan im Hintergrund und ihren "Weniger Staat - mehr privat"-Verbündeten in Europa, Maggie Thatcher, Helmut Kohl, Jacques Chirac und Silvio Berlusconi schuld ist. In Österreich, wo unser Interesse fokussiert ist, läuft das dann auf Schwarzblau und Schüssel/Kohl/Prinzhorn hinaus.

George W. in younger years

Ältere Semester dagegen, die noch in den letzten Ausläufern der Gutenberg-Galaxie getrimmt wurden, machen die Schuldigen oft unter den europäischen und asiatischen Totalitaristen und ihren Helfershelfern aus, was sich ja aufs schönste im sogenannten Münchener Abkommen zur Lösung der Sudetenkrise und dem deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt manifestiert hat. Sie sehen die Hauptzerstörer in Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili aus Gori in Georgien, Adolf Hitler aus Braunau im Innviertel, Benito Amilcare Andrea Mussolini aus Dovia di Predappio in der Emilia-Romagna, Francisco Paulino Hermenegildo Teódulo Franco y Bahamonde Salgado Pardo aus Ferrol in Galicien sowie eben den Helfern Arthur Neville Chamberlain, Édouard Daladier, Henri Philippe Benoni Omer Joseph Pétain, Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg, Edward Albert Christian George Andrew Patrick David Windsor, Vittorio Emanuele Ferdinando Maria Gennaro di Savoia, Edvard Beneš, Ernst Heinrich Freiherr von Weizsäcker, Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg, Ullrich Friedrich Willy Joachim von Ribbentrop, Kurt Alois Josef Johann Schuschnigg, vitéz nagybányai Horthy Miklós etc. etc.
Diese Menschen sind meistens auch belesen genug, vom so genannten II. auf den I. Weltkrieg zurück zu reflektieren und um dann, je nach politischer Einstellung, mehr den preußischen modernen Militarismus, den österreichisch-ungarisch und großrussischen rückständigen Militarismus oder den aggressiven Kolonialismus und Imperialismus aller europäischen Mächte einschließlich des perfiden Albion als Ursachen auszumachen. Jeder weiß, dass der so genannte Sozialismus den ersten Weltkrieg zwar nicht verhindern konnte und das qua gebrochenem welthistorischen Versprechen seinen Niedergang einläutete, aber nicht einmal die entschiedensten Anhänger des Gefühls, dass eine anständige Behandlung der Arbeitskräfte und deren selbständiges Denken und Handeln die elementaren bürgerlichen Freiheiten einschränken könnte, kommen auf den Gedanken, im Nachhinein den WK I den Roten anzuhängen.
Diejenigen Leute, die immer noch von der Ostküste faseln und fantasieren und deren fortgesetzte Existenz in Tu Felix Austria jüngst in den 80er Jahren sehr deutlich zutage trat, und die in Polen bis in die höchsten Kreise der heiligen römischen Kirche zu finden sind, die lassen wir in dieser Betrachtung jetzt einfach aus.
Wir sagen Euch aber, was unsere langjährigen Recherchen ergeben haben: Alle oben erwähnten Schuldigen konnten fast gar nicht anders. Und die Retter unserer Freiheit, Franklin Delano Roosevelt aus Hyde Park im Staat New York, Winston Leonard Spencer-Churchill aus Woodstock in England, Georgij Konstantinowitsch Schukow aus Strelkova im Gouvernement Kaluga und Josip Broz Tito aus Kumrovec in Österreich-Ungarn, Charles André Joseph Marie de Gaulle aus Lille im Département Nord und ihre Millionen Helfer waren auch nicht immer schon so fit und gut wie sie nun in 7/7 hindsight dastehen. Und sie lernten im WK II bitter, dass man manchmal nur mit einem klaren Feind zu echter Form aufläuft und seine innersten Werte (wieder)findet.

Der Kongress sitzt

Allerdings die Jungs, und es waren fast nur Jungs, die das mit Europa in der Welt verschissen haben, die tanzten vor 200 Jahren in Wien auf dem Kongress. Und beim Aufteilen des Fells, dass der untergegangene und verbannte Korse hinterlassen hatte, da ist es geschehen, der (relative) Untergang Europas wurde damals in einer durch die Späteren fast nicht mehr veränderbaren Weise besiegelt.

N. Bonaparte

Come back to read more and get some arguments for these assertions, at an unspecified future time.

 

Oskar Potiorek is to blame. (Just kidding, but he could be in your list, too.)

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Gegeben, und die Liste der Helfershelfer, Steigbügelhalter und Wasserträger ist lang und vor Herrn Potiorek hätte dann noch einer unserer historisch verbürgten Lieblingshelden erwähnt gehört, General Theodor Körner nämlich, der beste Präsident, denn diese Schnitzelrepublik je hatte, einer der besten Kommandanten, den ihr Vorläufer-Völkerkerker-Staat je hatte und einer, der den Guerillakrieg zwar nicht erfunden, aber strategisch und taktisch erfolgreich führbar gemacht hat, was er zwar '34 in Österreich im Vorstand seines Kampfverbandes nicht durchsetzten konnte.

Vielleicht recherchiere ich die mal in der Pense. Hier nur soviel: Bruno Kreisky war sein Sekretär. Und: Die historische Kommission in unserem Hauptquartier hier in Jamaica hatte bei verschiedenen Diskussionen einiges auszusetzen an Herrn Körner, wie fast immer und an fast allem. Die machen mich fertig, wenn ich jemanden zum Helden erklären mag.

Letztlich geben wir Dir aber recht bei diesem wichtigen Input. Oskar Potiorek is to blame. Wir nehmen ja, wie im Impressum erwähnt, die Lesermeinung ernst, hier im Hauptquartier.

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Ist das mit Körner noch aktuell?

»Unter Heranziehung umfänglichen Archivmaterials kann der Verfasser überzeugend darlegen, daß Körners wehrpolitisches Konzept keinesfalls als Antizipation guerillastrategischer Vorstellungen gelten kann - wie bislang in der Forschung unterstellt -, sondern daß Körner vielmehr als Vorläufer der aktuellen militärpolitischen Ansätze gelten muß, die unter dem Schlagwort ›defensiven Verteidigung‹ bekannt wurden.« (sagt Amazon)

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Sagt wirklich Autobus Frank Hampel

promoviert 1989 und habilitiert 2002 an der Universität Göttingen, Privatdozent an der Universität Göttingen und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Regionalforschung e.V. in Göttingen. Von wegen Amazon sagt, Herr Tobi, die zitieren ja nur aus dem Werbeblatt des Peter Lang Verlages.

Wir hier denken halt, dass dem Klappentext vielleicht eine moralpolitische These und ein Rehabilitierungsinteresse, die da kurzerhand zusammengefasst werden, zugrunde liegen. Ungefähr von wegen Körner gar nicht böse und so und nicht der Opa von IS in Wahrheit und sicher nicht Sozi nur nach außen und in Wahrheit Guerilla-Terrorist. Rote waren die Brüder einschließlich Körner trotzdem ja aber alle, irgendwie.

Die im Werbetext erwähnten aktuellen militärpolitischen Ansätze namens "defensive Verteidigung", hier für China von Rianovosti und dort für den Iran von unserem Liebling M.v.Creveld referiert, werden dagegen nur von echten und echt bedrohlichen Schurkenstaaten zur Anwendung gebracht, indessen sowohl die Hüter von Freiheit, Leben und Wohlstand ebenso wie die, die noch gar kein Staat und keine Nation sind, eher gerne beim klassischen "Angriff ist die beste Verteidigung bleiben".

Die Ausnahmen von der Regel bilden wieder einmal Deutschland und Japan, weil die halt beide bitter lernen mussten, dass sie zwar dieses seit dem Aufstieg der griechischen Städte und der italischen Stadt auch hier in Europa bekannte Muster besser beherrscht haben als irgendwer, es ihnen aber außer Heulen, Zähneknirschen, einer sehr mühsamen und durch künstliche Föderalisierung behinderten Industrieerneuerung sowie der immer noch andauernden, umfangreichen und peinlichen Abhörung durch Empire Central schier gar nix gebracht hat.

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Lieber Piefke 3000

Weil wir so sind und weil wir nicht so sind, haben wir jetzt die gesamte seriöse Literatur zu Körner besorgt, deren wir, dank sei dem Internetz, mit bescheidener Mühe habhaft werden konnten. Die weniger seriösen befand sich nämlich schon in unserem Eigentum und größtenteils auch Besitz.

2 von den neuen haben wir bereits ein gutes Stück weit durch, nämlich Eric C. Kollmans "Theodor Körner Militär und Politik" und Autobus Hampels "Zwischen Guerilla und proletarischer Selbstverteidigung". Diese borgen wir gerne verlässlichen Menschen wie Dir nach Abschluss der Eigenlektüre auf unbestimmte Zeit zwecks Verifikation aller Hypo-, Anti- und sonstigen Thesen.

Bei Kollman kommt Potiorek natürlich vor, bei Hampel wissen wir es mangels Index und Lektürefortschritt noch nicht.

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eine weltmacht
die in 75 ländern mordet
in 20 foltert
mehrfach versuchte nen weltkrieg anzuzetteln
und uns beklaut überwacht an die front schickt
wenn sklaven sowas gutes widerfährt
das ist schon einen asbach uralt wert...

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Den haben wir, nach diesem schönen Feedback, auch gleich aus der handgeschnitzten Hausbar genommen und uns jeder einen ordentlichen Schluck aus den geblasenen Schwenkern genehmigt. Und dazu eine schnucklige kleine La Gloria Cubana. Well done, Sir!

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last updated: 08.04.18 18:48
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