Donnerstag, 10. Dezember 2009

Die Presse ermittelt

Unter dem aufrüttelnden Titel "Suchmaschinen machen Geld mit fremden Inhalten" gibt die Presse das Ergebnis ihrer Recherchen in Sachen Google bekannt.

Leider ist die erwähnte Studie nicht verlinkt. Wird ja wohl googlebar sein.

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Freitag, 4. Dezember 2009

The BBC and Europe

Was in allen "Public Value" Diskussionen, die sich unter anderem mit der BBC beschäftigen nie vorkommt, ist, dass die BBC fast gar nichts mit Europa zu tun hat.

In den "six public purposes" der britischen Regierung (Review of the BBC’s Royal Charter: A Strong BBC, Independent of Government. Green Paper, London, DCMS. At: www.bbccharterreview.org.uk) steht "bringing the world to the UK and the UK to the world". In einem Positionspapier der britischen Regulierungsbehörde Ofcom (Ofcom review of public service television broadcasting. Phase 2 –Meeting the digital challenge, London, Ofcom. At: www.ofcom.org.uk on 23.2.2006) heißt es "to make us aware of different cultures and alternative viewpoints."

Während also auf dem europäischen Kontinent nach innen zerfleischt und reguliert wird, bleiben die britische Regierung und die BBC der Welt zugewandt. BBC.co.uk hat demenstrechend 40% seiner Tagesreichweite aus dem Vereinigten Königreich und 60% aus der ganzen Welt, v.a. aus den USA und dem Commonwealth. (http://www.alexa.com/siteinfo/bbc.co.uk)

Weil das auf dem Kontinent aus den Frenchies, die keine Chance haben aber keinen kratzt, kann die BBC auch locker jährlich rd. 100 Mio. Pfund Sterling für Online ausgeben.

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Donnerstag, 3. Dezember 2009

Elf Minuten für ADSL-Info und Co.

Die Internet-Reichweite von Telekom Austria wurde in der Internet-Marktforschung von Nielsen/NetRatings nur von den internationalen Webplattformen MSN (Microsoft Network), Yahoo und Microsoft übertroffen. Im Visitor-Ranking lagen so namhafte Websites wie der ORF, Universal Communications, Lycos Network, AOL Timer Warner, Google und AltaVista hinter Telekom Austria. Die durchschnittliche Verweildauer privater Internet-Nutzer im Internetportal von Telekom Austria betrug 10:56 Minuten. Vom Internetangebot von Telekom Austria interessierte die Surfer am meisten (Top Searches) „ADSL“, „das Telefonbuch (ETB)“ und „SMS“.

(pts/25.05.2001/11:51)

Das waren noch Zeiten! Vor Google!

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Mittwoch, 2. Dezember 2009

Broadcasting, Back In Time And Over The Ocean

Achtung: Teil einer alten Story

In den vereinigten Staaten von Amerika bot die wirtschaftliche Lage schon in den roaring twenties ganz andere Voraussetzungen, was die Konsumkraft der Bevölkerung betrifft. Diese Voraussetzung wirkte sich sowohl beim Erwerb der Empfangsgeräte als auch beim möglichen Werbevolumen aus.


Die Radio Corporation of America

Dementsprechend wurde das entsprechende Spektrum an private Unternehmen preiswert lizensiert. Aus einigen dieser Unternehmen entstanden große Konzerne. Bestes Beispiel ist die Radio Corporation of America (RCA), die vom Bau der Produktions- und Sendeanlagen über die Produktion der Empfangsgeräte und die Organisation von Medienautoren und Schöpfung von Medienstücken (z.B. Schallplatten, Nachrichtenprogramme, Konzertveranstaltungen) bis zur Vermarktung der versammelten Ohren an die werbetreibende Industrie alles besorgten. Diese Erfolgsgeschichte wiederholte sich beim Fernsehen mit einem anderen Rhythmus, auf höherem Niveau und mit anderen Ausgängen.


Fernsehrundfunk. Später. Europa und Amerika.

Als es in den 50er Jahren in Europa mit dem Fernsehen los ging und klar war, dass dessen Produktionskosten pro Sendeminute höher sein würden als beim Radio, gab es auf dem Kontinent gar keine Aussicht, dass der gerade wieder angelaufene Markt Produktion und Distribution des Fernsehens finanzieren würde können. Also übertrug man gemeinhin, mit Ausnahme des vereinigten Königreichs auf seiner Insel, auch diese Aufgabe den bewährten staatlichen und öffentlich-rechtlichen Rundfunkorganisationen. Nachgerade, wo je Land auch nur beschränkt Kanäle für das Fernsehen zur Verfügung standen.


Öffentliches Gut, auch privat kontrolliert

In den kontinentalen Ländern wurde in Italien Mitte der 70er, in Deutschland und Frankreich Mitte der 80er Jahre das so genannte duale Rundfunksystem aus dem UK importiert, weil die marktwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umstände weit genug für eine erfolgreiche Privatisierung entwickelt waren.

Die meisten europäischen Länder sind dem inzwischen gefolgt, Österreich sehr spät und eigentlich nur unter dem Druck der europäischen Union.

Wie aber jetzt klar ersichtlich und auch bei der Lizenzierung von Rundfunkressourcen durch die Staaten nachvollziehbar ist, setzt der kommerzielle im Privatbesitz befindliche Rundfunk mindestens die Teilprivatisierung öffentlichen Gutes (elektromagnetisches Spektrum) voraus.


Schlüsse, die man ziehen kann

Was der ORF und andere vergleichbare Anstalten also erzeugen und über Hör- und Fernsehfunk verbreiten ist ein öffentliches Gut und zunächst noch kein Wert.

Sein Wert ist tatsächlich in Geld quantifizierbar und wird in diesem Fall zunächst durch die Höhe des Programmentgelts dargestellt. In den kleinen Ländern Europas stellt sich mehr und mehr heraus, dass die damit nach repräsentativen Kriterien erzeug- und verbreitbaren Güter für einen "erfolgreichen" und relevanten Betrieb nur schwer ausreichen.

Deswegen darf in diesen Ländern der öffentlich-rechtliche Rundfunk zusätzlich zu seinem Publikum, das zumeist aus Haushalten besteht und sich durch Wahl darauf geeinigt hat, das Programmentgelt zu erreichten, auch Kunden haben. Diese Kundschaft heißt gemeinhin "die werbetreibende Industrie". Sie ist eine schwierige Kundschaft. Ihre Interessen gehen recht oft, aber bei weitem nicht immer und zunehmend weniger, in die gleiche Richtung wie die Interessen des Publikums, also dem virtuelle Eigentümer des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Die Güter, die Rundfunkunternehmen mit der werbetreibenden Industrie austauschen sind "viele Augenpaare zur selben Zeit am selben Ort" und die zugehörige Beratung auf der einen Seite gegen Geld, informativ-manipulierendes Programm-Material und die zugehörige Beratung auf der anderen Seite.

Alle diese Güter unterliegen einer sich ständig verändernden Bewertung durch viele Parteien. Sie nur durch die Brille der dabei herauskommenden jeweiligen Werte, die sie für einzelne Entitäten oder gar durch die Brille propagierter "Mehrwerte" zu betrachten, zieht nach sich, dass dabei die Güter aus den Augen verloren gehen. Die Güter werden zum Grund, vor dem nur mehr Einzelwerte als Figuren leuchten. Die entsprechende Problemstellung stellt sich immer für ein von der Produktion isoliertes Marketing.

Was die Hersteller von öffentlichen Güter, besonders die von öffentlichen Medienstücken also einmal tun sollten, ist, sich auf die Güter zu besinnen, die herzustellen, zu besorgen, zu organisieren und zu verbreiten, sie im Auftrag ihres Publikums bzw. ihrer Publikümer sie sich vorgenommen haben. Sie müssen aufhören, sich mit fiktiven Mehrwerten zu beschäftigen und sich selbst und die Öffentlichkeit mit diesen Fiktionen und den daraus erwachsenden Stehsätzen zu nerven.

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Dienstag, 1. Dezember 2009

Rundfunk, öffentliches Gut, privates Gut

In einem früheren Text haben wir kurz vorgestellt, was ein öffentliches Gut ist und warum es das ist. In der 2*2 Darstellung aus der Wikipedia wird "free to air television als klassisches öffentliches Gut genannt. Schauen wir uns das einmal historisch an.

Ausschließbar Nicht ausschließb.
Rivalität Private Güter
Speisen, Kleidung, Spielzeuge,Autos
Allmende Güter
Fische, Wild, Wasser
Nichtrivalität Vereinsgüter
Pay-TV, Vereinssport
Öffentliche Güter
Landesverteidigung, frei empfangbarer Rundfunk, Luft

Bevor preiswerte Rechner (Chips um 10$ oder so) existierten, die ein beim Sender verschlüsseltes Rundfunksignal preiswert beim Empfänger entschlüsseln konnten, war also der Rundfunk (im eigentlichen Sinn von durch den Äther) im Gegensatz zum Telefon und allen kabelgebundenen Telekommunikationen fundamental ein öffentliches Gut.

Die Telefonie war in Europa lange ein öffentlich kontrolliertes Gut und zwar aufgrund einer Tradition, die ein Fermmeldemonopol des Staates als unverzichtbar ansah. Fundamental ist sie das nicht, weil sie - zumindest in ihrer klassischen Form - keine der beiden Bedingungen für ein öffentliches Gut nach der obigen Definition erfüllt.

Umgekehrt bedeutet, dass etwas fundamental ein "öffentliches Gut" ist, auch nicht automatisch, dass es auch in der Verfügungsgewalt der "Öffentlichkeit" ist.


Die British Broadcasting Corporation

In Europa, selbst in Großbritannien, war die konsumorientierte Marktwirtschaft in der Zwischenkriegszeit (1919 - 1939) nicht weit genug vorangeschritten, um die Erstellung und Verbreitung dieses öffentlichen Gutes mit dem Verkauf der Empfangsgeräte und der Annahme und Ausstrahlung von kommerzieller Werbung ausreichend zu finanzieren. Im Laufe der 20er Jahren wurde dieser Umstand mehr und mehr deutlich. 1926/7 wurde im vereinigten Königreich durch die Umwandlung der Broadcasting Company Ltd. in die Britisch Broadcast Corporation die erste und beispielgebende Öffentlich-Rechtliche Rundfunkorganisation geschaffen und damit dieses spezifische europäische Problem vorderhand gelöst. Das Modell sollte Nachahmer finden.


Radio Verkehrs-AG, Österreichisches Rundfunkwesen, Österreichischer Rundfunk

In Österreich sollte das wie in vielen anderen Ländern des Kontinents dauern. Hier begann der öffentlich lizenzierte Rundfunk mit der Radio Verkehrs-AG (RAVAG), als deren Gesellschafter die Gemeinde Wien, verschiedene Banken wie die Österreichische Creditanstalt, die Österreichische Telefonfabriks A.G. und die Republik Österreich bekannt sind. Das erfolgreichste Produkt der RAVAG war vor und nach dem WKII "Radio Wien". Sollte man das aus heutiger Sicht eine Public Private Partnership nennen. Jedenfalls wurde der Hörrundfunk in Österreich mit der Zeit eher staatsnaher als staatsferner.

Die amerikanische Besatzungsmacht gründete gleich 1945 "Radio Rot-Weiß-Rot", die britische Armee das "Blue Danube Network" und die "Sendergruppe Alpenland". Zuletzt kam noch die französische Militärverwaltung mit der "Sendergruppe West".

1955 kam "Österreich ist frei" und die obigen Einrichtungn wurden an die Republik Österreich übergegeben, die sie rasch zum "Österreichischen Rundspruchwesen" zusammenfasste. 1958 wurde daraus wieder die "Österreichischer Rundfunk" - Ges.m.b.H. 1967 bekam diese Ges.m.b.H. per Rundfunkgesetz 1967 Struktur- und Programmvorschriften, blieb jedoch immer noch im Staatseigentum. Der Rundfunk blieb hierzulande mehr oder minder trotz Rundfunkbegehren und öffentlich-rechtlicher Vorschriften unter direkter Staatskontrolle, wenn diese auch die letzten 7 Jahre davon durch ein Gesetz gemildert war.

Formal dem britischen Vorbild folgte erst die Regierung Kreisky 1974, als der ORF per Rundfunkgesetz 1974 tatsächlich in eine "Anstalt" öffentlichen Rechts übergeführt wurde. Ebenfalls seit 1974 ist die Unabhängigkeit des Rundfunks in Österreich "offiziell" in der Verfassung abgesichert. Natürlich kam bei der Gelegenheit auch der eine oder andere Kontrolltrick zur Anwendung.

So weit zu den historischen Anfängen. Andere Länder und Lösungen und die feinen Unterschiede zwischen Lizenz, Charter und Auftrag werden wir noch betrachten.

PS: Das klassische öffentliche Gut ist die Landesverteidigung. In so ferne der internationale Sport mit Nationalmannschaften irgendwie zu dieser gehört, was dieses Land bei der letzten Regierungsbildung auch nachvollzogen hat, und erst das Fernsehen wirklich diese Form des Sports für alle Bürger verfügbar macht, gehören Spiele mit Nationalmannschaften zum öffentlichen Gut. Solche mit Individuen und Klubmannschaften, die sich im Privatbesitz befinden, nicht. Unter Umständen gehören sie zu den Vereinsgütern. Doch auch das ist heutzutage strittig.

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Not to understand the market’s operations

Brooksley Born in 1964, the first female president of the Stanford Law Review. She was also the first woman to finish at the top of the class.

No federal or state regulator has market oversight responsibilities or regulatory powers governing the over-the-counter derivatives market or indeed has even sufficient information to understand the market’s operations. The market is totally opaque and is now popularly referred to as “the dark market.” It is enormous -- the reported size of the market as of last June exceeded $680 trillion dollars of notional value, more than ten times the amount of the gross national product of all the countries in the world.

From what Brooksley Born had to say on her accepting the 2009 Profile in Courage Award, May 18, 2009.

Just think of the leverage!

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Montag, 12. Oktober 2009

Back then, at Bell Labs

Cherry: Yes, it is. Very high. And there was this flavor, other people probably talked about this, but it was group dynamics all going on up there. We were all up in the sixth floor. Although I think I worked mostly in my office and visited the sixth floor with questions, [inaudible] the sixth floor. But there was this attitude, there were all these little tools built, and it was the idea of pipes that just kinda, of stringing things together, that was all neat and wonderful. And there was this attitude that he who touched it last owned it. So if you needed PR (?) to do something PR didn’t do, and you went and added it, you now owned PR. And so if some other part of it broke, you owned it.

MSM: You were now PR’s support.

Cherry: You were PR’s support. Yeah, so a lot of the programs floated from person to person because somebody would add a feature to Sort, and they owned Sort. Somebody else would add a feature to Sort and then they owned Sort.


Now that is, how open source was done at Bell Labs in the 70ies. Inside the corp. though, half owned by Western Electric and half by AT&T. Dig the spirit.

... The graphics part of it, I think Tech is still better as far as what EQN does and what Tech does. From a mathematical standpoint I think you’ll find Tech better, but I don’t think Tech stuff is anywhere near as natural to work with. That may be very prejudiced, I don’t have a…

Oral History at Princeton with Lorinda Cherry.

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last updated: 10.12.2009, 17:45
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»Fremder Content soll doch einfach wieder dahin zurückgehen, von woher er gekommen ist!«
by tobi (10.12.2009, 17:45)
yup
and thanks for this timely welcome, mr. 3000!
by StefanL (14.11.2009, 13:33)
...
Welcome to the the big fat greek mythological puppet theatre! (And welcome back, Mr Tiny!)
by tobi (14.11.2009, 13:22)
...
:)
by 0815tussi (19.09.2009, 16:36)
I agree completely
on the last point. If only penguins could fly.
by MaryW (17.09.2009, 13:46)
...
Small wonder as most people don’t even get the benefits of cooperating in the Iterating Prisoner’s Dilemma (count me in, I just do it intuitively....
by tobi (17.09.2009, 12:00)
Well
no one can avoid all fools all the time, if only by not being able to avoid oneself all the time. one can also have fun....
by StefanL (08.09.2009, 21:47)
...
S/he who avoids the fool might not know how foolish s/he is. Don’t they know only fools and children tell the truth?
by tobi (08.09.2009, 21:28)
...
Danke für das Video. Ich hab bei Minute 47 gestartet and it gave me the chills. Ich kann mich nicht erinnern, je zuvor einen hohen....
by tobi (08.09.2009, 09:26)
Danke
alles klar jetzt. dig im Sinn von Recherche ist verständlich, ich war natürlich komplett von der amerikanischen phrasischen Verwendung als "dig this" im Sinne von....
by MaryW (27.08.2009, 07:42)

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