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22.01.2006, 14:06 Wostok Women Times Two ![]() Das Kulturwochenende bestand aus einem Tanzabend im OST - Klub, das ja sowohl im Girlscamp als auch im Cycamp schon warm empfohlen wurde. Am Samstagabend folgte dann die Besichtigung von Memoirs Of A Geisha. Ich habe beides ziemlich genossen, obwohl kurz nach dem Eintreffen im OST die DJ-Typin fast eine Stunde lang untanzbares Avantgardepunkzeug aus undefinierbaren Gegenden auflegte und sich weigerte unsere Wünsche nach Verka Serduchka und Diskoteca Avarija in Erwägung zu ziehen. Danach wurde gewechselt, der Alkohol hatte auch schon ein bisschen gewirkt und alles wurde sehr schön. Ausserdem waren insgesamt 5 Leute von unserer Chorreise letzten Juli in den Räumlichkeiten. "Memoirs of a Geisha" ist ein Film mit 3 der schönsten Frauen mit Schlitzaugen auf dem ganzen Planeten und alleine schon deshalb eine Augenweide. Leider kann der männliche japanische Hauptdarsteller Ken Watanabe, der mit seiner Rolle in einem anderen amerikanischen Japanverstehfilm schlagartig bekannt geworden ist, sehr gut einen ehrenhaften Samuraianführer personifizieren, ist aber bei der mimischen Interaktion mit weiblichen Wesen ziemlich beschränkt. Deswegen war der Film leider diesbezüglich zu nicht mehr in der Lage, als die für Verständnis und Vergnügen eigentlich notwendige Blickeerotik irgendwie nachzustellen. In dieser Ecke (Erotik, Romantik) war man also gezwungen, besagtes Verständnis selber mitzubringen (was im Kino nicht eigentlich nicht sein darf) und wurde auch gar nicht befriedigt (was eigentlich sein sollte, auch wenn's meist nur die Zuschauerinnen gerne zugeben). Auf der anderen Seite war das natürlich ein subtiler spielbergisch humanistischer Film über Mädchenhandel, die Beschränktheit, den Mangel, die Brutalität und die winzigen Glücksmomente in den heterosexuellen und v.a. auch über Konkurrenz in den innerfemininen Beziehungen im Vorkriegsjapan und - recht indirekt natürlich - Nachkriegsamerika. Nicht von ungefähr schallte aus dem Radio auch immer wieder der Name "unseres Freundes Adolf Hitler". Großartig (wie nahezu immer) Gong Li als ewig aggressive und gespaltene Tigerin "Hatsumono". So würde ich mich fühlen und benehmen, müsste ich eine Geisha sein. Auch gut, aber nicht ganz so tief (überhaupt ihr größtes Problem) der aufstrebende (oder wahrscheinlich schon oben angelangte) Superstar Ziyi Zhang, die seit CTHD von einem Triumph zum andernen eilt und wie es sich für eine Chinesin gehört und Hero gezeigt hat, auch noch bescheiden bleibt. In meinen Augen einen Hauch zu fad. Michelle Yeoh gehört schon lange zu meinen Lieblingen und ich brauche dazu nicht viel zu sagen. Schön, dass Ang Lee ihrer Karriere noch einen Schubs verpasst hat. Damals war ihr erzieherische Einfluss auf Ziyi geringer, die herbe Süße hat sie jedoch behalten, und ich kann halt nix dafür, dass mir die Gong halt noch besser gefällt. Die japanischen Damen Youki Kudoh und Kaori Momoi sind in ihren Nebenrollen alleine schon deswegen arm, weil es doch sehr krass sein muss, dass alle drei Megageishas von Chinesinnen gespielt werden. Politisch ist das natürlich ein noch deutlich härteres Zeichen als der "Führer im Radio". Entweder finden Kaori und Youki aus welchen Gründen auch immer, das Frauen/Generationen/Konkurrenz Thema überwältigend interessant, die 3 Schönheiten vom Festland wirklich super oder sie wollten unbedingt einmal in einem amerikanischen Film (noch dazu unter Mitwirkung von Spielberg) sein. Interessanterweise bildet dann auch die Rollen- und Altersverteilung unter den Damen auch die Wirklichkeit in den Castingbüros und an der Kinokasse ebenso erstaunlich mutig ab.
Fazit: "Memoirs of a Geisha" hat deutliche Schwächen (v.a. die männlichen Darsteller), ist mit Sicherheit viel weniger romantisch als der zugrunde liegende Erfolgsroman aber trotzdem für jede Person, die entweder an der Thematik interessiert ist oder gerne all den oben erwähnten großartigen Damen beim Spielen und Tanzen zusieht, warm zu empfehlen.
Der OST - Klub natürlich auch.
betablogger,
22.01.2006, 16:34
...
"You are seduced completely" gilt dann offenbar nicht ganz. Ich war Samstagabend, beim Herumstehen im nasskalten Sofa-Surfer-Wind in der Arena knapp versucht, ins nahe Gasometer-Kino zu gehen; aber zwei Dinge haben mir doch gefehlt: die nächtliche Energie für drei Kinostunden (und auch die Location machte mich nicht ganz so an) - vor allem aber: eine entsprechende Vorbereitung über tiny. Prof. Slauti: next time häng ich mich an, wenn du dich wieder in den Kopf einer Geisha versetzt. Ich glaube, wir hätten much fun ;-))
... plink
StefanL,
22.01.2006, 16:49
bin dabei, denn fun ist ein schaumbad wie uns herr praschl versichert.
... plink ... answer!
weichfest,
27.01.2006, 00:09
ich war vom film ziemlich enttäuscht. klarerweise kann man von einem hollywood-film keine authentizität erwarten. vielleicht waren es ja zumindest die abgebildeten objekte (dass es die hauptdarstellerinnen nicht waren, hat der regisseur damit begründet, dass es keine genug berühmten japanischen schauspielerinnen gibt...). aber wie der film gemacht war, widerspricht dem japanischen kunst-, kultur-, geisha- und was-auch-immer-verständnis (wie ich es verstehe) grundlegend. bei jeder szene war zu sehen, wie sie "gemacht" ist. in japan gilt jener garten als gelungen, dem man nicht ansieht, dass ein gärtner in ihm gewirkt hat. (was auf der einen seite zu extrem "natürlich", unberührt wirkenden gärten führen kann und auf der anderen seite zu extrem "unnatürlichen" wie den kiesel- und steingärten.) ganz anders im film: immer, wenn blätter durchs bild flogen, konnte man erahnen, wo die windmaschine gestanden haben muss. räume waren nicht als räume ausgeleuchtet, sondern auf den effekt im gesucht ausgerichtet (was dazu führte, dass in der totale ein anderes licht war als im close-up). und dann noch vieles so abgemildert, damit man ja nicht jemand schockieren könnte mit nacktheit oder sonst einem moralischen verbrechen. für mich war das ein film über amerika.
... plink
StefanL,
27.01.2006, 00:57
weswegen ich ja geschrieben habe "ein anderer amerikanischer Japanverstehfilm". Ich kann ja Japan nicht verstehen, aber ich kann ein bisschen verstehen oder beobachten, wie Amerika versucht, Japan zu verstehen. Und, ich denke, so an diesen Film heranzugehen, funktioniert. Ein "romantischer Roman" eines amerikanischen Autors, verfilmt von einem amerikanischen Team mit chinesischen Schauspielerinnen, kann ja nur heissen, dass die Reflektionen japanischer Muster auf eine amerikanische Leinwand benutzt werden, um ein allgemeines Thema (sonst könnte das Team ja ein amerikanisches Setting nehmen) zu beleuchten versuchen.
Mit Anforderungen an die Erfüllung japanischer ästhetischer Ideale in so einen Film zu gehen, kann nur zu Enttäuschen führen, zur Aufhebung der Täuschung nämlich, dass das ein japnischer Film ist. Das dieser Film nicht groß, aber ziemlich gut ist, darauf möchte ich aber bestehen, aber nur, wenn man/frau sich auf das Thema des Films (Besziehungen unter Frauen) einlassen mag. ... plink ... answer!
StefanL,
26.02.2006, 16:29
Super Fun Hello Whore
Ich hab' jetzt spät aber doch auf Ash Karreau's 16mmShrine Geisha Kritik gepostet. Wer mein Post dort liest und es für zahm hält oder glaubt, hier sage ich etwas anderes als dort, der oder die mag diese Meinung gerne haben, vielleicht stimmt sie sogar.
... plink ... answer! |
last updated: 02.12.2008, 11:35
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und alle denken jetzt darüber nach: was das denn bedeuten mag ...
und alle denken jetzt darüber nach: was das denn bedeuten mag ... by motzes (06.11.2008, 22:55) Wirklich toll
Die Serie war wirklich toll. Ich hoffe auf Staffel 2 und natürlich darauf, dass auch diese hier gezeigt wird. Ich werde mal in schauen, wenn ich in Israel bin, ob es dort die DvD zu einem erschwinglichen Preis gibt. Außerdem weiß dort vielleicht jemand, ob eine zweite Staffel geplant ist.... by Goldchen (06.07.2008, 19:58) kennste das schon?
www.youtube.com
kennste das schon? www.youtube.com by koxinga (25.06.2008, 15:15) Da möchte ich viele Zitate. Vielleicht sogar das/die Buch/Bücher leihen.
Da möchte ich viele Zitate. Vielleicht sogar das/die Buch/Bücher leihen. by Goldchen (29.04.2008, 09:16) Finde ich auch.
Schade, dass heute keine Probe ist. Das geht mir richtig ab.
Finde ich auch. Schade, dass heute keine Probe ist. Das geht mir richtig ab. by Goldchen (29.04.2008, 09:15) |