Gut und schlecht, peinlich vereint

Wer so eine Arschkriecher-BitteBuchMichDoch-Werbung am Samstag als Umschlagsblatt seiner Publikums-(nicht Fach)-Zeitung akzeptiert, braucht sich nicht wundern, dass Relevanz und Glaubwürdigkeit nach unten und sowohl die Abonnenten als auch die Gelegenheitskäufer von dannen gehen, nicht wahr, Herr Chefredakteur Brandstätter, Herr VÖZ-Präsident Kralinger und Herr Oberboss und Protektor Konrad.

Werbetitelblatt Kurier

Aber wie immer, wenn Texte und Bilder auf Papier gedruckt werden, schaffen es auch beim Kurier - wahrlich nicht einer sehr bewundernswerten Tageszeitung - irgendwie unwahrscheinliche aber erfreuliche Textstückchen auf's Papier und zu den Lesern, heutzutage fast öfter aus Interviews denn aus Berichten und Kommentaren. So auch diesen Samstag sowohl im Wirtschafts- als auch im Sportteil.

Der Kurier interviewt Sonja Steßl

Sonja Steßl in der ZIB 2, Quelle: facebook.com/sonjastessl?fref=photo

Nachdem alle Männer abgesagt hatten, wurden Sie in der ZiB 2 Armin Wolf zum Fraß vorgeworfen. Im Internet ging’s daraufhin mit sexistischen Postings los. Wie geht’s Ihnen dabei und wie gehen Sie damit um?

Als Frau in der Politik muss man so was öfter aushalten als Männer. Die Heftigkeit der Angriffe beweist aber auch, dass ich richtig liege. Die Gegner der Millionärsabgabe versuchen es für sich zu nutzen, dass ich mich in der ZIB2 nicht auf eine Diskussion über Prozentzahlen einlassen wollte, sondern auf das verwiesen habe, was zählt: Unsere Ziele, die steuerliche Entlastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Das alles bestärkt mich aber nur. Und wenn der Herr Wolf mich wieder einlädt, werde ich wieder hingehen.

Sonja Steßl beim Kürbisfest in Fürstenfeld; Quelle: facebook.com/sonjastessl?fref=photo

Der Kurier "interviewt" (= "hat von The Red Bulletin eingekauft") Neymar da Silva Santos Júnior

Woher kommt dieses Talent zum Dribbling?

Es ist nicht so sehr eine Frage des Talents. Es geht einfach um Üben, Üben, Üben. Ich beobachte, kopiere, übe. Ich habe noch keinen Trick selbst entwickelt.

Ihr Fußball sieht nach purer Freude aus. Empfinden Sie noch immer Freude beim Spielen, oder ist es mittlerweile eher ein Job?

Es ist geordneter Spaß. Ja, so kann man das sagen, geordneter Spaß. Spaß, den man ernst nehmen muss. Aber ich bin immer glücklich, wenn ich spiele. Wenn man glücklich ist, klappen Dinge ganz von selbst; wenn man unglücklich ist, klappt gar nichts.


Neymar da Silva Santos Júnior, Quelle: hairstylesphotoss.blogspot.com

Ja, so kann man das sagen, geordneter Spaß. Spaß, den man ernst nehmen muss.

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Europäische Visionen - Das waren die Tage

Unsere älteste Erinnerung an Livemusik im Fernsehen stammt aus dem Jahr 1970. Wir waren alle 12 Jahre alt und es war der 21. März. Der Ort der Handlung war IRL Amsterdam, aber das war egal, denn ISL war der Ort zwar noch nicht ganz das globale, aber jedenfalls schon das Dorf der Europäischen Rundfunk Union oder, wie man auch gerne sagte, der Eurovision.


Marc-Antoine Charpentier - Te Deum

Wir waren seit einiger Zeit Fans der blonden walisischen Sängerin Mary Hopkin, die rund 2 Jahre zuvor, von uns völlig unbemerkt, am 4. Mai 1968 den Fernseh-Talentwettbewerb Opportunity Knocks gewonnen hatte. Während wir uns also '68 noch im Dunklen befanden, rief der ehrgeizige britische Komponist, Sänger, Bassist, Gitarrist,, Pianist und nachmalige Produzent Paul McCartney, der nicht nur über das notwendige Geld, ein erstklassiges Aufnahmestudio und eine gerade gegründete Firma namens Apple, sondern auch über hervorragende Gesellschafts- Pressekontakte verfügte, angeblich auf Empfehlung eines Fotomodels namens Twiggy prompt die Siegerin an und lud sie zum Vorsingen und -sprechen.

McCartney hatte auch den passenden russischen Song auf Lager, der schon in den 20er Jahren bei den Kommunisten in Georgien und Russland ein Plattenhit gewesen war, um mit der guten Mary neben der 1. Single der neuen Firma, einem Song seiner eigenen Band auch gleich eine zweite aufzunehmen und damit einen guten Doppelstart hinzulegen. So kam es denn auch. Hey Jude schaffte es im UK auf Platz 1, nur um 2 Wochen später von Those Were The Days verdrängt zu werden, das seinerseits dann die Krone 6 Wochen lang behaupten konnte.

Nicht nur das, in den USA schaffte man 3 Wochen lang Platz 2 in den Billboard Hot 100 und 6 Wochen Platz 1 in Billboard Easy Listening, in Deutschland - einem mmm (major music market) wie man sagte - 3 Wochen lang Platz 1 und 10 Wochen Platzierung in den Top 10 der Hitparade. 4 Millionen Verkäufe in 4 Monaten und kolportierte 8 Millionen weltweit verkaufte Singles bedeutet, dass Those Were The Days bis heute das erfolgreichste Musikprodukt des Apple-Labels blieb, das nicht von den Beatles selbst stammte.

In Österreich (mmm - minor music market) erfolgte der Einstieg in die Großen 10 von Ö3 Hitparade im November '68 direkt auf Platz 2. Das war gleich die Höchstplatzierung, dafür hielt sich der Song 16 Wochen bis in den Februar. A bit of heavy rotation und wir waren verkauft. Einer der ersten Tonträger, für den wir samt und sonders sauer verdientes Taschengeld auf den Tisch des Plattenhändlers blätterten.

So kam der britische Komponist und Sänger Gene Raskin, der den Song aus Russland importiert, mit einem englischen Text und einer leichten Melodieveränderung versehen hatte, darauf seine Rechte mehr als sicherte, das Lied mit seiner Frau regelmäßig vortrug und dann McCartney das package verkauft hatte, lt. Wikipedia in die Lage, "to live very well on the royalties, buying a home in Pollensa, Mallorca, a Porsche Spyder and a sailing boat". Trotz dieses Spoilers lohnt die Lektüre der entsprechenden Wikipedia Artikel (e,d) sehr, alleine wegen der history of song, der Erklärung der damals sehr ungewöhnlichen klezmerischen Instrumentierung und der aufgelisteten Auswahl aus 56 weiteren Cover-Versionen.

Kurz und gut und umso mehr, als Österreich auf die Teilnahme am Song Contest verzichtete, gingen wir als Fans und Daumendrücker von Mary Hopkin, sie ihrerseits als Favoritin, in den feierlichen Fernsehabend bei den Großeltern. Der deutsche Song und die deutsche Kandidatin (Wunder gibt es immer wieder - Katja Ebstein) gefielen uns beide nicht und auch sonst war im Radio nix gewesen, was uns begeistern konnte. Mary trat an mit Knock Knock Who's There und das würde wohl ok werden. Aber alles kam anders.

Ein süßer 19jähriger Teenager mit Zahnlücke aus Irland namens Dana kam, sah und siegte. Der Song hieß All Kinds of Everything und hat bei uns mittels TV, Hörfunk und erworbenem Tonträger tiefe Spuren hinterlassen. Wie jedermann (und jede Frau natürlich, Mädels), der unser About gelesen hat, weiß, beschreibt dieses Syntagma bis heute den inhaltliche Fokus dieses Blogs.

Mary Hopkin wurde 2., Katja Ebstein 3. und auf dem 4. Platz, was man aus 7/7 hindsight als eigentlich interessantestes Detail der 70er Song Contest festhalten muss, landete ein völlig unbekannter spanischer Sänger namens Julio Iglesias mit einer Eigenkomposition namens Gwendolyne.

After you have been so geduldig and made it to her now finally to the beef: (Ist ja dank dem von Google finanzierten öffentlich-rechtlichen Weltarchiv alles noch da und auch akzessibel.)

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Döpfner weint

Das letzte große Kampforgan für Anstand, Qualität und leichtes Geldverdienen in Europa, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, hat geruht, das laute und öffentliche Weinen des Geschäftsführers jenes Verlages, dem die Witwe Springer vorsteht und welcher unter Benutzung von Technologien wie Schrift und Pixel die Qualitätsmedien "Bild" und "Welt" und manches mehr multipubliziert, in die Gutenberg-Galaxie zu multicasten.

Wir sehen uns nun in unserer ganzen Post-Unmenschlichkeit zu dieser Stellungnahme gezwungen (Weinen jeweils kursiv):

Ein großer Anteil journalistischer Qualitätsmedien erhält seinen Traffic überwiegend via Google.
SSKM: Selber Schuld Kein Mitleid.

Unsere Geschäftsbeziehung ist die des Goliath Google zu dem David Axel Springer.
Jetzt wissen sie bei Axel Springer einmal, wie man sich bei Medien in Provinz und gleichsprachigem Ausland fühlt.

German Publishers

„Wir sind überzeugt, dass Portale wie Google, Facebook, Amazon und Apple weitaus mächtiger sind, als die meisten Menschen ahnen. Ihre Macht beruht auf der Fähigkeit, exponentiell zu wachsen.“ (Zitat Eric Schmidt)
Mit der Ausbildung und dem Hintergrund von Eric Schmidt, sollte man meinen, er kennt sich mit exponentiellen Funktionen aus, hier nur ein kleines Quadrat :
2
4
16
256
65.536
4.294.967.296
18.446.744.073.709.600.000
Aber zum Döpfnerschrecken reicht das natürlich locker. Exponentiell, my ass ….

Google ist für das Netz, was die Deutsche Post für die Briefzustellung oder die Deutsche Telekom für das Telefonieren war.
Dieser Satz ist so falsch, dass man es nicht einmal kritisieren mag, aber wenn man "das Netz" durch „Bild“ oder „Springer“ ersetzt, wird es leider vielleicht schon stimmen …..

Tinytalk says: German Publishers, if you can't stand the heat, just get out of the kitchen, please. Oder haut wieder die ARD. Oder was immer.

Die Menschheit ist irgendwie in einem so traurigen Zustand. Europa mit seiner verwöhnten Elite wird einfach sang- und klanglos ....

PS: In einer Rede vor den Aktionären der Axel Springer AG hat Döpfner bekannt gegeben, dass seit Einführung der der respektiven Paywalls Welt.de 47.000 und Bild.de 152.000 Abos verkauft habe. They are really working hard at reconstructing the double income model.

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Thanks to Mr. Europa

Joy!

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Der arme VÖZ Präsident

Mr. Le Président

Mehr braucht man weder zu sagen noch zu schreiben.

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So, What Is It That Is So Corny About Tablets?

Seemingly they are smart little color TVs and color magazines rolled into one thing. They look like heirloom devices, promise to keep you away from work too hard and evoke a customer/consumer the way media people like them.

That is why especially publishers and TV news people (no need for 30 inches and more) both love to like them and why the german publishers went berserk when ARD launched a tablet app with the contents of tagesschau.de.

presseähnlich?

Deep in their hearts and their balls sleeps the fear that history will repeat and TV will once more roll over their head. O you poor publishing families and you poor supporters of them. Maybe you will live to see a farce.

presseähnlich

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So viel Bild gab's noch nie!

Nicht mal bei Bild, dem führenden Online Medium von Kultur-Deutschland. Und sicher nicht "zeitungsähnlich".

ZDF-Relaunch treibt Bewegtbildstrategie weiter voran

Das ZDF bringt seine Online-Inhalte noch ansprechender ins Netz. Die bestehende Bewegtbildstrategie des Senders wurde weiterentwickelt: Videos, multimediale Inhalte und eine emotionale Bildansprache bilden den Kern der neuen Seiten.


Die Redaktion von TT 1.01 findet: Was das Zweite Deutsche Fernsehen auf seinen "Portalen" zdf.de, heute.de, zdfsport.de, zdfneo.de usw. marktschreierisch als Relaunch verkauft, ist in jeder Hinsicht nur noch peinlich.
An wen richtet sich dieser Anpreisungsatz? An die Kollegen? An die Fachjournalisten? Ach nein! Das Publikum hat es sehr gern, wenn ihm schon vorher zur Warnung gesagt wird, dass die Bildansprache emotional sein wird.

Mit Text und scharf

Wenn das ZDF schon vorher im Netz bedeutungslos war, was wird es dann jetzt sein?

Nur, auf heute.de ganz zu oberst ein fetter Textonly-Ticker? Pfui. So wird das nix, Intendanten. Da sieht ja ein 80-jähriger Verleger die Absicht.

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last updated: 13.12.14 09:44
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Lieber Piefke 3000
Weil wir so sind und weil wir nicht so sind, haben wir jetzt die gesamte seriöse Literatur zu Körner besorgt, deren wir, dank sei dem....
by StefanL (27.11.14 22:17)
...
Gegeben, und die Liste der Helfershelfer, Steigbügelhalter und Wasserträger ist lang und vor Herrn Potiorek hätte dann noch einer unserer historisch verbürgten Lieblingshelden erwähnt gehört,....
by StefanL (22.11.14 13:43)
...
Oskar Potiorek is to blame. (Just kidding, but he could be in your list, too.)
by tobi (22.11.14 13:41)
Sagt wirklich Autobus Frank Hampel
promoviert 1989 und habilitiert 2002 an der Universität Göttingen, Privatdozent an der Universität Göttingen und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Regionalforschung e.V. in Göttingen. Von....
by StefanL (22.11.14 08:58)
Ist das mit Körner noch aktuell?
»Unter Heranziehung umfänglichen Archivmaterials kann der Verfasser überzeugend darlegen, daß Körners wehrpolitisches Konzept keinesfalls als Antizipation guerillastrategischer Vorstellungen gelten kann - wie bislang in der....
by tobi (19.11.14 13:15)
...
Den haben wir, nach diesem schönen Feedback, auch gleich aus der handgeschnitzten Hausbar genommen und uns jeder einen ordentlichen Schluck aus den geblasenen Schwenkern genehmigt.....
by StefanL (19.11.14 08:06)
...
eine weltmacht die in 75 ländern mordet in 20 foltert mehrfach versuchte nen weltkrieg anzuzetteln und uns beklaut überwacht an die front schickt wenn sklaven sowas gutes widerfährt das ist schon....
by wilhelm peter (18.11.14 17:21)
...
intelligent frech amüsant macht spass sowas zu lesen
by wilhelm peter (07.06.14 15:14)
Compleanno
e il primo nella mia nuova vita
by StefanL (02.06.14 09:02)
Immer noch, und
Du hast das schön gesagt.
by StefanL (02.06.14 08:59)

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